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07. Juli 2020

Die Nutzung der Corona-Warn-App im Ausland

Pünktlich zum Start in die Ferienzeit haben viele Länder ihre Corona-Einreisebestimmungen für ausländische Reisende aufgehoben oder zumindest gelockert. Reisende fragen sich, ob sie die deutsche Corona-Warn-App auch im Auslandsurlaub nutzen können oder lieber auf die jeweilige Corona-Warn-App des Urlaubslandes zurückgreifen sollten. Je nach Urlaubsziel kann die Antwort hierauf unterschiedlich ausfallen. In unserem Blogartikel finden Sie praktische Tipps zur Nutzung. 

Corona-Warn-App im Ausland


Die deutsche Corona-Warn-App war ursprünglich aus rechtlichen Gründen nur im deutschen Google Play Store oder Apple App Store zum Download verfügbar. Mittlerweile hat das Robert Koch-Institut als Herausgeber der App diese jedoch auch in mehr als 20 europäischen App-Stores zum Download freigegeben. So können beispielsweise Reisende aus den entsprechenden Ländern bei einem Urlaub in Deutschland die deutsche Corona-Warn-App über ihre ländereigenen App-Stores downloaden oder in den eigenen Ländern nutzen. Weitere europäische Länder sollen abhängig von dem Ergebnis der rechtlichen Einzelfallprüfung durch das Robert Koch-Institut folgen. Das Robert Koch-Institut muss bei der Veröffentlichung der deutschen Corona-Warn-App in internationalen App-Stores das jeweilige geltende Landesrecht beachten. Beispielsweise können sich im Vergleich zur Rechtslage in Deutschland Besonderheiten im Bereich des Datenschutzes, z. B. Auskunftsansprüche von Behörden, ergeben.

Die deutsche Corona-Warn-App ist jedoch noch nicht mit anderen europäischen Corona-Warn-Apps kompatibel. Die Apps können daher die Daten untereinander noch nicht austauschen und die User nicht vor einer möglichen Infektion grenzüberschreitend warnen. Dies soll sich langfristig ändern, sodass bereits nach einer technischen Lösung gesucht wird, welche aber noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Die Kompatibilität soll insbesondere mit europäischen Corona-Warn-Apps hergestellt werden, die die Daten, wie bei der deutschen Corona-Warn-App, dezentral, das heißt auf den Smartphones der jeweiligen User, speichern. Die Mehrzahl der europäischen Länder setzt auf eine dezentrale Speicherung der Daten. Diesbezüglich greifen die Länder auf eine von Google oder Apple bereitgestellte Schnittstelle zurück, damit die Apps auf den Smartphone-Systemen Android und iOS laufen können. Frankreich beispielsweise speichert die Daten der User der App zentral. Deutschland hat sich aus datenschutzrechtlichen Gründen gegen eine zentrale Speicherung entschieden. 

Welche Möglichkeiten zur Nutzung bleiben mir?

Bis eine länderübergreifende Lösung gefunden worden ist, haben Reisende aus Deutschland grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wenn sie eine Corona-Warn-App im Urlaub nutzen möchten: 
 

1. Corona-Warn-App aus Deutschland

Reisende nutzen die deutsche Corona-Warn-App auch im Ausland. Dies lohnt sich insbesondere für Reiseziele, die von anderen Reisenden aus Deutschland häufig besucht werden. Die Nutzungswahrscheinlichkeit der deutschen Corona-Warn-App fällt in diesen Reisegebieten entsprechend höher aus. Mit den Einheimischen werden jedoch keine Daten ausgetauscht, wenn diese nicht auch die deutsche Corona-Warn-App nutzen. 

2. Corona-Warn-App aus dem Ausland

Reisende nutzen die offizielle Corona-Warn-App des jeweiligen Urlaubslandes. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass grundsätzlich nur eine Corona-Warn-App die Schnittstelle von Google oder Apple zum Betrieb der jeweiligen App verwenden kann. Die deutsche Corona-Warn-App und die Corona-Warn-App des Urlaubslandes können also nicht gleichzeitig genutzt werden. Man muss sich für eine App entscheiden. Vor dem Download der ausländischen App sollte man sich über das Datenschutzniveau der App informieren, beispielsweise ob die Daten dezentral gespeichert werden. Teilweise stehen die Apps auch nur den Einheimischen im länderspezifischen App-Store zum Download zur Verfügung. Zusätzlich sollte man achtsam vor falschen Corona-Warn-Apps sein und sich daher stets über die korrekte Bezeichnung der Corona-Warn-App informieren. 

Autorin: Corinna Stanke