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07. April 2020

Home alone

Kevin allein zu Haus hat es an Weihnachten vorgemacht. Nun müssen wir Deutsche es ihm an Ostern gleichtun. #wirbleibenzuhause ist der Hashtag dieser Tage. Ostern – das ist mit Sicherheit nicht der größte und wichtigste Feiertag der meisten Deutschen und doch gelangt er im Jahre 2020 zu einer Besonderheit. Besser gesagt Herausforderung, denn trotz allem sind und bleiben die Ostertage ein Anlass, um endlich einmal die Familie wiederzusehen, um zu verreisen, Städtetrips zu unternehmen, im Park mit Freund/innen zu grillen. Und dummerweise spielt auch das Wetter noch mit. Nach zahlreichen grauen Tagen strahlt nun endlich die Sonne wieder, das Thermometer steigt auf zum Teil über 20 Grad und der Frühling zeigt sich in seiner vollen Pracht.

Ostern

Eiersuchen mal anders
Was also tun, wenn wir in Zeiten einer Pandemie nicht raus dürfen – oder es zumindest nicht sollten? Auf jeden Fall nicht verzagen! Klar wird das diesjährige Osterfest garantiert anders als alle anderen, die wir bisher kannten. Und dennoch kann es trotz Ausgeh-, Reise- und Kontaktverbot gelingen, sich diese Tage besonders zu gestalten. Angefangen mit den Mitteln, die wohl so ganz und gar nicht neu sind, seit es Homeschooling und ‑office und allgemeine Quarantäne gibt: nämlich Videotelefonie. Ob Skype, Zoom, WhatsApp oder zahlreiche andere Anbieter – die Auswahl ist groß und schafft zumindest ein kleines Gefühl des Beisammenseins. Auch wenn es nicht dasselbe ist, die Enkel mit den Großeltern zum Eiersuchen zusammenzubringen, so gibt das Smartphone beispielsweise die Gelegenheit, das Eiersuchen ganz neu zu entdecken. Wie wäre es denn, wenn Oma und Opa die Eier zu Hause verstecken und sich dann via Videotelefonie von ihren Enkeln durch die Wohnung lotsen lassen und nach Anweisung der Kinder an den entsprechenden Stellen suchen? Sicher anders als das traditionelle Eiersuchen, aber dennoch eine passable Möglichkeit, gemeinsam die Tradition aufrechtzuerhalten. Und mitunter vielleicht sogar spannender und abwechslungsreicher als die Jahre zuvor.

Kleingarten, ich komme!
Die Eier müssen übrigens nicht zwingend in der Wohnung versteckt werden. Wer beispielsweise das Glück hat, Pächter eines Kleingartens zu sein, darf diesen nutzen. Die Regelungen können hierbei von Bundesland zu Bundesland abweichen. Doch gerade in Sachsen, wo es mit Abstand die meisten Kleingärten Deutschlands gibt, und im Speziellen Leipzig, welches nach Berlin mit 38.000 die meisten Kleingärten innehat, ist in der Verordnung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt zum Schutz vor dem Coronavirus SARS -CoV-2 und COVID - 19 vom 31. März 2020 unter § 2 (2) Pkt. 14 geregelt, dass „Sport und Bewegung im Freien vorrangig im Umfeld des Wohnbereichs sowie Besuch des eigenen Kleingartens oder Grundstücks, allerdings ausschließlich alleine oder in Begleitung des Lebenspartners bzw. mit Angehörigen des eigenen Hausstandes oder im Ausnahmefall mit einer weiteren nicht im Hausstand lebenden Person“ gestattet ist.

Balkonien – ein unterschätztes Reiseziel
Wer dennoch die Wohnung nicht verlassen darf oder möchte, der kann ja vielleicht auch seinen Balkon mal wieder in Augenschein nehmen. Ein Frühstück unter freiem Himmel kann Wunder bewirken und zumindest ein Gefühl von Draußensein vermitteln. Übrigens ist auch das Grillen auf dem heimischen Balkon nicht grundsätzlich verboten. Es besteht zwar kein „Recht auf Grillen“, allerdings auch kein grundlegendes Gesetz dagegen. Hierbei sollten Sie allerdings darauf achten, was in Ihrem Mietvertrag oder der Hausordnung geregelt ist und selbstverständlich auch, dass es niemandem – insbesondere Ihren Nachbarn – zur Last fällt.

Mittendrin statt nur dabei
Wem das nicht reicht und vor allem die Kultur zu kurz kommt, der kann auf zahlreiche weitere interaktive Möglichkeiten, die von zu Hause aus erlebbar sind, zurückgreifen. So gibt es Konzert- und Theatervorstellungen, Lesungen und vieles mehr, was per Streaming im Netz angeboten wird. Auch virtuelle Museumstouren sind in Zeiten der Digitalisierung möglich – ob Tokio, Paris oder Berlin: das virtuelle Museum hat 24/7 geöffnet. Und wem das Fernweh trotzdem weiterhin bis zur Brust schlägt, der hat die Möglichkeit, Live-Webcams zu nutzen, die in Echtzeit bekannte Orte dieser Welt zur Schau stellen. Hier kann man im Netz mit nur wenigen Klicks ganz einfach zu seinem Lieblingsort gelangen und zumindest ein bisschen Ferne spüren.

Couchpotatoes an die Macht
Ist Ihnen das jetzt alles zu viel, suchen aber trotzdem Unterhaltung? Dann bleibt natürlich auch immer noch der heimische Smart-TV beziehungsweise Computer. Streaming-Dienste wie Netflix und co bieten eine breite Möglichkeit an Entertainment. Und gerade für die Kleinen lohnt sich wohl auch ein Blick auf den erst kürzlich erschienenen Streaming-Dienst Disney+, der zahlreiche Kinderangebote bereithält.


Auch uns ist bewusst, dass dieses Osterfest gewiss eine Herausforderung für uns alle wird. Dennoch gibt es die eine oder andere gute Möglichkeit und Alternative, diese Herausforderung mit Mut und Optimismus anzugehen und Ostern trotzdem zu einem echten Fest werden zu lassen.

Unsere Empfehlungen in diesem Blogbeitrag erfolgen nach ersten eigenen Erfahrungen im Umgang mit Home-Office und in Zeiten von Corona. Wir teilen unsere Erfahrungen sehr gerne mit Ihnen. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit;  insbesondere sind arbeitsrechtliche Fragen in diesem Bereich noch nicht geklärt. 

Autor: Ramón Heberlein