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20.04.2022

PUP – Was sind potenziell unerwünschte Programme und wie kann ich mich vor ihnen schützen?

Viren und Trojaner kennt jeder. Doch was sind PUPs (potenziell unerwünschte Programme) und sind sie gefährlich für den Computer? In diesem Beitrag geben wir Ihnen kompakte Informationen und Tipps zum Thema PUP.

Programme, die mit einem anderen Programm unbeabsichtigt mit heruntergeladen werden

Wie gelangen PUPs auf den PC?

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei PUPs um Programme, die unerwünscht oder ohne Erlaubnis auf dem Computer landen. Diese Programme werden meist im Zuge eines erwünschten Downloads mit heruntergeladen. Einfach gesagt, verstecken sich die unerwünschten Programme in den erwünschten Programmen.

In den meisten Fällen handelt es sich bei PUPs um Marketingwerkzeuge. Das sind dann beispielsweise kleine Programme, die die Browsereinstellungen ändern. So wird während des Installationsprozesses gefragt, ob eine bestimmte Suchmaschine als Standardsuchmaschine im Internetbrowser verwendet werden soll. Die Häkchen für die Zustimmung sind meist schon gesetzt und die neue Suchmaschine wird gleich mitinstalliert. Heißt, die Installation dieser Partnerprogramme erfolgt fast ausschließlich über die bewusste oder unbewusste Zustimmung des Users.

Im Gegensatz zu Viren oder Trojanern sind PUPs nicht gefährlich, sondern erst mal nur störend. Vor allem deshalb, weil die meisten dieser Programme einem User keinen wirklichen Mehrwert bieten. Sie verschwenden Systemressourcen. Im schlimmsten Fall verlangsamen sie den Computer absichtlich, um ein passendes Programm für die Beschleunigung zu verkaufen.

Warum gibt es PUPs?

Die Antwort ist einfach: Weil Softwareentwickelnde Geld verdienen können, indem sie diese kostenlosen Programme anbieten. So erhält eine Herstellungsfirma für Freeware für jede erfolgreiche Installation einer Symbolleiste oder einer neuen Standardsuchmaschine einen kleinen Euro Betrag. Da Freeware in Massen auf Computern installiert wird, kann dies für die Entwickler:innen schnell zu einem lukrativen Geschäft werden.

Wer jetzt vielleicht annimmt, dass das doch nicht rechtens sein kann, liegt falsch. Da den Installationen zugestimmt werden muss, sind die Entwickler:innen solcher Programme auf der sicheren Seite. Da die meisten User schnell an ihre Software kommen wollen, klicken sie sich, ohne groß zu lesen, durch den Installationsprozess. So werden dann fix einige Programme installiert, ohne dass die Nutzenden es mitbekommen.

Wie erkennt man PUPs?

Einige der installierten PUPs sind offensichtlich, wie beispielsweise eine Veränderung in der Symbolleiste des Browsers. Andere sind auf den ersten Blick aber nicht so leicht sichtbar.

Um zu erkennen, ob es sich bei einem Programm oder einer Anwendung um ein PUP handelt, werden diese mithilfe von „Listen mit fehlerhaften Verhaltensweisen“ von Sicherheitsingenieur:innen untersucht. Sofern sich fehlerhafte Verhaltensweisen in der Anwendung wiederfinden, wird das Programm als PUP gekennzeichnet.

Zu diesen Verstößen zählen unter anderem:

  • Web-Verstöße (Bsp.: geänderte Suchergebnisse)
  • Lesezeichen Eintragungen
  • Download-Verstöße
  • aufdringliche Pop-ups
  • vorab ausgefüllte Kontrollkästchen beim Download
  • eine Vielzahl an Empfehlungen bei Zusatzoptionen

So entfernen Sie PUPs von Windows und Mac

Im Gegensatz zur Entfernung von Viren oder Trojanern ist die von PUPs einfach und lediglich zeitaufwendig. Im besten Fall schützen Sie sich und Ihr Unternehmen vorher. Wie Sie das tun können, erfahren Sie weiter unten. Wenn bereits PUPs auf dem Computer sind, können Sie wie folgt vorgehen:

PUP von einem Windows-PC entfernen

Damit Sie herausfinden können, welche Programme auf dem PC installiert sind, müssen Sie zur Übersichtsseite aller Programme gelangen. Der Weg dorthin erfolgt über die Systemsteuerung und dann mit einem weiteren Klick auf Programme.

Wählen Sie hier alle Programme aus, die Sie deinstallieren wollen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob es sich um ein notwendiges Programm handelt, welches Sie aktuell nicht zuordnen können, dann geben Sie den Namen des Programms in eine Suchmaschine ein.

Wählen Sie das Programm aus, dass Sie deinstallieren wollen und klicken Sie in der oberen Leiste auf den Button Deinstallieren. Jetzt folgen Sie den Anweisungen des Deinstallationsassistenten, um die Software komplett von Ihrem PC zu entfernen.

PUP von einem Mac entfernen

Um PUPs vom Mac zu entfernen, öffnen Sie den Finder. In der linken Menüleiste finden Sie die interne Festplatte Ihres Mac. Diese ist standardmäßig mit dem Namen Macintosh HD gekennzeichnet.

Öffnen Sie die Festplatte und anschließend den Unterordner Programme. Hier finden Sie alle installierten Programme. Diejenigen, die Sie entfernen wollen, müssen Sie einfach nur auf den Papierkorb im Dock ziehen. Schon wird das Programm vollständig deinstalliert. Leeren Sie anschließend noch den Papierkorb aus, um den Speicherplatz komplett freizugeben.

Auch hier gilt: Wenn Sie sich bei einem Programm unsicher sind, ob es notwendig ist oder nicht, dann überprüfen Sie seine Funktionalität mithilfe einer Suchmaschine.

Wie kann man sich schützen?

Um gar nicht erst an unerwünschte Programme oder Anwendungen zu kommen, gibt es lediglich ein paar einfache Tipps zu beachten:

Seien Sie achtsam bei der Installation

Wenn Sie oder Angestellte in Ihrem Unternehmen in Zukunft Software herunterladen, dann lassen Sie sich Zeit für den Installationsprozess. Lesen Sie sich alles genau durch und entfernen Sie gegebenenfalls bereits voreingestellte Haken.

Nutzen Sie die fortgeschrittene Installation

Bei vielen Programmen gibt es die Wahl zwischen einfacher und fortgeschrittener Installation. Die einfache Variante, so wird bei der Installation gesagt, ist für Menschen, die sich nicht mit Computern auskennen. Die fortgeschrittene Variante ist also nur für wahre Experten gemacht. Dabei handelt es sich aber nur um einen Marketingtrick. Bei der einfachen Installation können eine Vielzahl an PUPs mit hinterlegt sein, die dann auf Ihren PC gelangen. Wohingegen Sie bei der fortgeschrittenen Installation die einzelnen Programme und Anwendungen auswählen können.

Aufklärung Ihrer Angestellten

Klären Sie Ihre Angestellten über die Funktion von PUPs und die möglichen Folgen auf. Zeigen Sie ihnen, wie Muster von PUPs aussehen und bringen Sie ihnen ein gesundes Misstrauen bei. Im besten Fall stellen Sie Regeln und Anleitungen für die Installation von Software auf. So sparen Sie in Zukunft eine Menge Zeit und Ärger.

Fazit zu PUPs

Auch wenn PUPs keine Gefahr für die Sicherheit Ihres Computers bedeutet, können diese unerwünschten Programme Ihrem System durch die Vergabe von unnötigem Speicherplatz schaden. Erstaunlicherweise sind sogar bei dem Kauf von einem neuen PC meist PUPs inbegriffen. So ist nahezu bei jedem neuen PC schon eine Virensoftware vorinstalliert, die möglichst aktiviert werden soll. Ebenso schädlich können PUPs sein, weil sie bestehende Voreinstellungen ändern können und diese dann wieder mühsam in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden müssen. Auch wenn sich PUPs zumeist leicht entfernen lassen, ist es trotzdem besser, diese erst gar nicht zu installieren. Das spart Zeit und Ressourcen.

Autorin: Carolin Andree