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30.03.2021

Vier Tipps, um auf TikTok sicher unterwegs zu sein!

In Pandemiezeiten wird das Verlangen nach Abwechslung immer größer, das trifft auf Erwachsene zu, aber insbesondere auch auf Kinder und Jugendliche. Zurzeit fehlen vor allem aber für letztere die Alternativen, da es für die Kinder und Jugendlichen kaum noch möglich ist, sich regelmäßig mit ihren Freund:innen persönlich zu treffen. Daher ist es nicht erstaunlich, dass bei Kindern und Jugendlichen Apps wie TikTok im letzten Jahr sehr beliebt geworden sind. Auf TikTok können zum Beispiel kurze Lip-Sync-Videos (Lippensynchronisation) hochgeladen und mit Freund:innen und/oder der Öffentlichkeit geteilt werden. Für diese Lip-Sync-Videos ist auch kein Gesangstalent erforderlich, da einfach zu Playback „gesungen“ und getanzt werden kann. Die Hemmschwelle für nicht so begabte Sänger:innen ist daher vermutlich niedriger als sonst. Der Kreativität sind bei diesen Videos grundsätzlich erst einmal keine Grenzen gesetzt (sofern TikTok Videos nicht sperrt).

Tipps für mehr Sicherheit auf TikTok für Kinder und Jugendliche

Neben den vielen Möglichkeiten, die TikTok bietet, um sich kreativ auszutoben, ist ein Grund für die Beliebtheit auch, dass viele Stars und Influencer diese App nutzen. Dies kann jedoch auch dazu führen, dass die Kinder und Jugendlichen die Gefahren, die mit der Nutzung von TikTok einhergehen, unterschätzen bzw. sich diesen eventuell gar nicht bewusst sind. Neben Lip-Sync-Videos können sich die User:innen von TikTok nämlich auch sogenannten „Challenges“ stellen; diese können unterhaltsam, aber auch teilweise sehr gefährlich sein. In Italien ist Anfang Januar 2021 ein zehnjähriges Mädchen vermutlich aufgrund einer TikTok-Challenge gestorben. Das Mädchen soll an einer „Blackout oder Hanging Challenge“ teilgenommen haben, bei welcher sich die Teilnehmenden strangulieren, dies filmen und bei TikTok hochladen. Aufgrund dieses schrecklichen Vorfalls forderte die italienische Datenschutzaufsicht TikTok auf, die Konten aller User:innen sofort zu sperren, bei welchen das Alter nicht eindeutig festgestellt wurde1. TikTok ist grundsätzlich laut den AGB erst ab 13 Jahren erlaubt. Das Problem ist allerdings, dass TikTok die Altersangaben nicht überprüft. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass weltweit, und daher vor allem auch in Deutschland, viele unter 13-Jährige diese App nutzen. Die Eltern bzw. Sorgeberechtigten sollten daher ihre Kinder über folgende mögliche, nicht abschließende Gefahren aufklären.

Vier Tipps zur sicheren Nutzung von TikTok

1. Privatsphäre-Einstellungen/Begleitender Modus
TikTok kann Spaß machen, aber auch sehr gefährlich sein. Da Kinder und Jugendliche aufgrund ihres Alters und ihrer geistigen Reife unter Umständen die Gefahren noch nicht richtig beurteilen können, ist es wichtig, dass das Alter bei der Registrierung richtig angegeben wird. Grundsätzlich sind seit Januar 2021 alle Konten von 13- bis 15-jährigen User:innen automatisch auf „privat“ gestellt, sodass diese selbst entscheiden können, wer ihre Videos oder Ähnliches schauen und/oder kommentieren kann etc. Dadurch ist erst einmal die Gefahr gebannt, dass die Videos automatisch für die Öffentlichkeit, und damit einem unbekannten Kreis von Empfangenden, bei TikTok sichtbar sind. Aufgrund der geänderten Einstellungen können die Videos auch nur noch maximal von Freund:innen kommentiert werden. Allerdings greifen diese beispielhaft genannten Schutzmaßnahmen nur, wenn das Alter richtig angegeben wurde, welches, wie schon erwähnt, bisher von TikTok nicht kontrolliert wird. Die Eltern bzw. Sorgeberechtigten haben jedoch die Möglichkeit, über den sogenannten „begleitenden Modus“ die Einstellungen für TikTok gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen einzustellen und so unter anderem die Kontaktmöglichkeiten und Bildschirmzeiten individuell anzupassen.

2. Challenges
Durch die TikTok-Challenges können sich die Kinder und Jugendlichen auch in Pandemiezeiten untereinander „messen“ und sich gegenseitig herausfordern. Die Challenges können unterschiedlicher Natur sein und von sportlichen bis musikalischen Challenges reichen. Viele Challenges sind kreativ und harmlos, einige können aber auch sehr gefährlich enden. Die Kinder und Jugendlichen sollten auf dieses Risiko hingewiesen und ihnen bewusst gemacht werden, dass es sich aus Beliebtheitsgründen oder anderen Gründen nicht lohnt, dieses Risiko einzugehen.

3. Cybermobbing
Gemobbt wird leider nicht nur von Angesicht zu Angesicht in der „realen“ Welt, zum Beispiel in Schulen, sondern auch im Internet. Insbesondere, weil im Internet oftmals Anonymität herrscht, ist hier die Hemmschwelle zum Mobben niedriger. Dieses sogenannte „Cybermobbing“ macht auch vor TikTok nicht halt. Zwar mögen die augenscheinlichen Anforderungen an die Lip-Sync-Videos etc. nicht so hoch erscheinen, das heißt, die Videos müssen nicht „perfekt“ sein, allerdings bedeutet dies nicht, dass sich in den Kommentaren zu den Videos keine beleidigenden Kommentare befinden. Die Videos können auch von anderen User:innen im Internet weiterverbreitet werden, sodass das Ausmaß des Mobbings immer größer werden und für die betroffenen Kinder und Jugendlichen unermesslich sein kann.

4. Cybergrooming
Die Anonymität im Internet spielt nicht nur beim Cybermobbing eine Rolle, sondern auch beim sogenannten „Cybergrooming“. Cybergrooming bedeutet, dass Fremde gezielt den Kontakt zu Kindern und Jugendlichen über das Internet suchen, um zu diesen ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und dieses später für sexuelle Übergriffe auszunutzen. Um diese Gefahr ein Stück weit eingrenzen zu können, ist es daher wichtig, dass die Altersangaben bei TikTok korrekt erfolgen. Denn wie schon unter 1. erwähnt, sind seit Anfang Januar 2021 bei den 13- bis 15-Jährigen die Konteneinstellungen automatisch auf privat gestellt, sodass Fremde grundsätzlich erst einmal keinen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen herstellen können, wenn diese es nicht ausdrücklich erlauben.

Autorin: Corinna Stanke